Kataloge
Maria Leszczynska, Königin von Frankreich
In dieser Miniaturengruppe (Kat.-Nr. 2008-158 -2008-161) sind Ludwig XV. und seine Gemahlin mit ihren Kindern und Enkelkindern dargestellt.
Die Miniatur Ludwigs XV. (1710 -1774) wurde nach dem ganzfigurigen Repräsentationsbild des Königs kopiert, das Louis Michel Van Loo 1760 - mitten im Siebenjährigen Krieg - malte und ein Jahr später im Pariser Salon ausstellte. 1 Der König erscheint darauf mit den Insignien seiner Macht, Hermelinmantel, Szepter und Krone, vor seinem Thron. Diese Darstellung wurde zweifellos in der Absicht gemalt, den 50-jährigen König als würdigen Souverän zu zeigen. In Wirklichkeit war der Herrscher durch sein politisches Desinteresse, seine Vergnügungssucht, seine zahllosen Liebschaften und auch wegen der brutalen Folterung und Hinrichtung des Attentäters Damiens längst äußerst unpopulär geworden.
Maria Leszczynska (1703-1768), die Tochter von Katharina Opalinska und Stanislas Leszczynski, dem exilierten König von Polen und späteren Herzog von Lothringen, heiratete 1725 den sieben Jahre jüngeren Ludwig XV. Sie gebar in den glücklichen Jahren ihrer Ehe zwischen 1727 und 1737 zehn Kinder; später wandte sich der König von ihr ab und anderen Frauen zu. Die Königin lebte in Versailles im Kreis ihrer Kinder und Freunde und sogar in recht gutem Einverständnis mit der einflussreichsten Mätresse ihres Gemahls, Madame de Pompadour.
Die Miniatur kopiert die Büste des Pastells von Maurice-Quentin de La Tour, das vermutlich 1748 entstand und das die Königin mit einem Fächer in der Hand zeigt. 1
B.P.
1 Versailles, MV. 7238 (Replik). Für eine Miniatur des Königs als Kind s. Kat.-Nr. 2008-141. Seine älteste Tochter Marie-Louise-Elisabeth, s. Kat.-Nr. 2008- 28. Seine Schwiegertochter Maria-Thérèse-Raphaëlle, ebenfalls nach einem Gemälde van Loos gemalt, s. Kat.-Nr. 2008-144.
2 Louvre, Paris. Für eine nach Nattier gemalte Miniatur von ihr s. Otten, Pappe und Schmieglitz-Otten 2000, S. 222 - 223.
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