Rechts

Ord.Nr.: 10.990
Kat.Nr.: 2000-84

Auf den Leuchttisch legen

Höfische Dame mit Amor

um 1710
rechteckig: 5.00 cm x 7.00 cm
Metallrahmen

In einem Schloßpark mit Brunnenbecken und Fontäne im Hintergrund lehnt sich eine Dame leicht an eine Balustrade an. Sie ist im Begriff, Amor die Flügel zu stutzen. Er versucht zu entkommen, aber die Schere schneidet schon durch die Federn. Auch sein flehentlich zu ihr erhobener Blick scheint nichts zu nützen. Die Dame blickt ernst den Betrachter an; ihr Entschluß ist unumstößlich. Diese Allegorie, die ihre Ursprünge in der antiken Freskomalerei von Pompei hat, wurde im Frankreich des frühen 18. Jahrhunderts populär. Ähnlich inszenierte Portraits wurden von Pierre Gobert und Jean-Marc Nattier geschaffen. Ihre eindeutige Botschaft richtete sich in diesem Fall sicherlich an den männlichen Empfänger der Miniatur.

Die Malweise dieses Künstlers ist nicht detailreich, aber sie besticht durch die leuchtenden Farben im Vordergrund und die atmosphärische Darstellung des Hintergrundes. Die etwas unnatürlich erscheinende Bewegtheit des Umhangs nimmt die heftige Bewegung Amors wieder auf. Sie steht zudem in starkem Kontrast zur inneren wie äußeren kühlen Ruhe der Dame.