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Marie Lesczyñska, Königin von Frankreich
Die Miniatur zeigt Maria Leszczyñska (1703-1768), Tochter des polnischen Königs Stanislaus I. Leszczyñski und Gemahlin Ludwigs XV. von Frankreich. In leuchtend rotem Kleid mit weißen Spitzeneinsätzen am Ausschnitt und an den Ärmeln sitzt die Königin bei der Lektüre. Ein schwerer, blauer Samtvorhang verdeckt fast gänzlich den Durchblick zum Hintergrund, auch das Sofa, auf dem sie sich niedergelassen hat, ist zum Teil davon verdeckt. Auf einem Tischchen vor ihr liegt das Buch, von dessen Lektüre sie gerade aufblickt.
Die Miniatur wurde nach einem 1748 von Jean-Marc Nattier gemalten Ölbild entworfen, das sich heute in Versailles befindet.¹ Angeblich zeigt es die Königin auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin in Stadtkleidung. In der Tat ist dies kein repräsentatives Portrait, das die Regentin in ihrer politischen Funktion darstellt. Vielmehr ist sie als Privatperson gezeigt, in einem Moment der Zurückgezogenheit und Gelassenheit. Es ist nicht auszuschließen, daß die Vorlage - das großformatige Portrait Nattiers - die Königin selbst oder einen ihrer Angehörigen dazu veranlaßte, die Miniatur in Auftrag zu geben. Für eine Zuschreibung an den französischen Miniaturisten Le Feure fehlen allerdings stichhaltige Kriterien.
¹ Inv.-Nr. MV 5672.
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