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Gräfin Daria Petrovna Saltykoff
Mit nahezu majestätischem Ausdruck stellte Ritt die russische Gräfin Daria Petrovna Saltykoff (1739-1802) dar. 1 Sie steht vor einem grauen Hintergrund, der am linken und am rechten Bildrand durch dunklere Farbflecken aufgelockert ist, so daß er den Eindruck einer Parklandschaft erweckt.
Die kühl-graublauen Partien des Bildes, die Hintergrund, Kleid und Brusttuch, Haar und Haarschmuck der Dame umfassen, sind geschickt kontrastiert mit den warmen Farben des weich modellierten Gesichts und des dunkelroten Schals, den die Dame über Rücken und Schultern gelegt hat, und der das Porträt zum unteren Bildrand abschließt. Das voluminöse Gesicht wird durch kräftige Augenbrauen und markante Linien von Nase und Mund konturiert, so daß es einen zwar zurückhaltenden, dabei aber entschlossenen und willensstarken Charakter zeigt.
In der Tat war Gräfin Saltykoff eine herausragende Dame der russischen Gesellschaft und genoß hohes Ansehen am Petersburger Hof. 2 Sie war eine Hofdame Katharinas II., wie das in Brillanten gefaßte und an blauer Schleife auf ihrer Brust getragene Miniaturporträt der Kaiserin zeigt. Die Gräfin, Tochter des russischen Ministers Pierre Tchernycheff, der in Kopenhagen, Berlin und London tätig war und schließlich als Gesandter nach Paris ging, hatte im Ausland eine hervorragende Erziehung erhalten. Als ihr Mann, Ivan P. Graf Saltykoff, Generalgouverneur von Moskau wurde, nahm ihr Haus den Rang eines kleinen Hofes ein. Sie förderte unter anderem die Malerin Elisabeth Vigée-Lebrun, der sie zahlreiche Aufträge verschaffte, darunter auch die Bildnisse ihrer Töchter.
J.S.O.
1 Die Miniatur ist eine Variante von mehreren bekannten Exemplaren. Eine aus der Sammlung David-Weill stammende Miniatur befindet sich im Louvre, weitere in der Eremitage, St.Petersburg, und im Nationalmuseum Stockholm. Die Eremitage bewahrt ein von Ritt gemaltes Pendant des Ehemannes der hier Porträtierten. Die Datierung des Damenbildnisses basiert auf einem Eintrag Ritts in seinem Kundenregister ausden Jahren 1794 bis 1795.
2 Zur Biografie vgl. Portraits Russes 1905, Nr. 70. Für seine Hinweise zur Porträtierten sei einem nicht genannt werden wollenden Herrn gedankt.
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