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Der Medailleur Charles Alexandrowitsch Leberecht
Das um 1795 entstandene Portrait zeigt den Medailleur und Gemmenschneider Charles Alexandrowitsch Leberecht¹ (Meiningen 1749/1755-1827 St. Petersburg). Er wanderte nach Rußland aus und arbeitete dort zunächst als Graveur für den russischen Adel. 1779 begann seine Tätigkeit am Königlichen Münzhof, 1794 wurde er Mitglied der St. Petersburger Akademie. Das Portrait dürfte etwa zu diesem Zeitpunkt entstanden sein. 1799 wurde Leberecht schließlich zum Obermedailleur und Leiter des russischen Münzhofs ernannt.
Der Portraitierte ist vor dunklem, gewittrigem Hintergrund auf einem grünen Stuhl sitzend, mit blauem Gehrock und weißem Hemd mit Jabot und Spitzenärmeln bekleidet, dargestellt. Während seine Rechte auf der Stuhllehne ruht, hält er in der erhobenen Linken vermutlich eine Gemme. Vor dem breitflächig in energischer Pinselführung angelegten Hintergrund hebt sich das helle Gesicht, das in raschen Pinselstrichen kräftig, aber dennoch sehr fein modelliert ist, ab. Das insgesamt sehr ausdrucksvolle Portrait bezieht seine Wirkung aus dem Kontrast zwischen der ruhigen und hellen Darstellung des Mannes zu dem dunklen und unruhigen, fast bedrohlich wirkenden Hintergrund. Die hellen Flecken im Mantel und im Hintergrund sind allerdings weniger durch die freie Malweise Ritts bedingt als vielmehr das Resultat durch Licht verblichener Pigmente.
¹ Der aus Meinigen gebürtige Karl von Leberecht wird auch unter dem der französischen Hofsprache angeglichenen Namen Charles Leprecht erwähnt.
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