Epochen
Christian V., König von Dänemark und Norwegen
Das Miniaturbildnis von Christian V., König von Dänemark und Norwegen (1646-1699), ähnelt in der Anlage einem Tafelbild. Der Sohn König Friedrichs III. wurde 1670 König. Er steht erhöht in der Landschaft, im Hintergrund sieht man eine Schlachtenszene vor den Toren einer Stadt. Den Kommandostab stützt er auf einen Felsen, die linke Hand ist in die Seite gestemmt. Der König ist in voller Rüstung abgebildet, über die Schultern fällt der rote, hermelinbesetzte Königsmantel, die Brust ziert das blaue Band des Elefantenordens, des höchsten dänischen Ordens, rechts auf dem Mantel prangt der dazugehörige Ordensstern. Christian V. legte mit seinen Statuten vom 1.12. 1693 die endgültige Gestaltung des Elefantenordens fest.
Der unbekannte Miniaturist orientierte sich an der Portraitmalerei des französischen Barock.¹ Bezeichnenderweise ist Christian V. in majestätischer Pose und als Feldherr dargestellt, war er doch, wie halb Europa, in kriegerische Auseinandersetzungen mit Ludwig XIV. verwickelt. Der hohe Rang des Dargestellten wird durch die sorgfältige Wiedergabe der kostbaren Kleidung wie auch durch den Glanz von Rüstung und Orden unterstrichen.
¹ Unter Charles Le Brun entwickelte sich eine barocke Bildersprache am französischen Hof, die dem absoluten Machtanspruch und dem Repräsentationsbedürfnis Ludwigs XIV. entsprach. Le Brun beeinflußte durch seine Kunst und durch seine gesellschaftliche Stellung nachhaltig die weitere Kunstentwicklung in Frankreich, am deutlichsten sichtbar in den Königsportraits von Hyacinthe Rigaud.
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