Rechts

Ord.Nr.: 11.173
Kat.Nr.: 2008-139

Auf den Leuchttisch legen

Georg III., König von Großbritannien und Irland, Kurfürst und König von Hannover

nach 1762
oval: 4.60 cm x 3.90 cm
Goldkapsel mit Emailauflage, Perlen und Brillanten

Die Miniatur kopiert einen Ausschnitt aus dem Gemälde, das der britische Hofmaler Allan Ramsay 1761/62 von Georg III. (1738 -1820) schuf. 1 Er war der dritte Monarch aus dem Hause Hannover, das seit 1714 mit Großbritannien in Personalunion verbunden war. Georg III. war so zugleich Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg und - seit Hannover 1814 auf dem Wiener Kongress zum Königreich erhoben worden war - König von Hannover. Anders als seine beiden Vorgänger war Georg III. in England geboren und aufgewachsen und besuchte seine hannoverschen Stammlande nie. Er war verheiratet mit Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz (Kat.-Nr. 2008-1 und 2008-64), mit der er fünfzehn Kinder hatte.
Während seiner Regierungszeit verlor Großbritannien die meisten seiner Kolonien in Nordamerika, die sich zu den Vereinigten Staaten zusammenschlossen. Aufgrund Georgs Vorliebe für das Landleben und seines eher bescheidenen Lebensstils erhielt er in England den Beinamen »Farmer George«. Trotz seiner unklugen Haltung im Nordamerika-Konflikt und seiner Auseinandersetzungen mit dem Parlament war Georg III. in der Bevölkerung recht beliebt, nicht zuletzt aufgrund der Treue zu seiner Gemahlin und seines Lebens ohne Affären. Seit den 1780er Jahren wurde seine Regierungszeit jedoch von einer zunehmend schweren Geisteskrankheit, bedingt durch eine Stoffwechselkrankheit, 2 überschattet.
1811 übernahm sein ältester Sohn, der spätere Georg IV., die Regentschaft. Georg III. starb 1820, blind, taub und dem Wahnsinn verfallen.

J.S.O.


1 Das Gemälde zeigt den König in vollem Ornat in Lebensgröße. Sein Pendant der Königin Sophie Charlotte, ebenfalls von Ramsay gemalt, entstand vermutlich auch 1761/62, kurz nach der Hochzeit des Paares (beide National Gallery, London).

2 Die sogenannte Porphyrie wurde möglicherweise hervorgerufen - auf jeden Fall aber verschlechtert - durch arsenhaltige Medikamente, die man in Unkenntnis der vergiftenden Wirkung am Hof verschrieb.