Die Einrahmung
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Die meisten Miniaturisten übergaben ihre Miniaturen dem Kunden gerahmt. Sie verfügten entweder über einen Vorrat an Standardrahmen oder arbeiteten mit Rahmenfabrikanten und Goldschmieden zusammen. Zum Schutz vor schädlichen Klimaeinflüssen musste die Wasserfarbenminiatur ein Deckglas erhalten. Dieses war bevorzugt leicht bombiert, damit die Farbe nicht am Deckglas festkleben konnte. Rahmungsarten waren überaus vielfältig, und die Wahl des geeigneten Typs hing wesentlich von der Verwendung der Miniatur ab. Die häufigsten waren metallene Anhänger, Armbandaufsätze (zu sehen am Arm der Dame in Kat.- Nr. 2000-76), Dosen, lederbezogene Etuis und, zur Hängung an der Wand, in Holztafeln eingesetzte Metallreife oder gegossene Bronzerahmen.
Die aufwendigen und schwierigen Herstellungstechniken, das künstlerische Geschick im Malen auf Kleinstformat, verbunden mit dem Einfühlungsvermögen in das darzustellende Modell verleihen der Portraitminiatur einen ganz speziellen Reiz. Zwar ist offensichtlich, dass die Miniaturmalerei manchmal auch nur auf rein handwerklichem Niveau betrieben wurde. Der Künstler aber, der neben der Ähnlichkeit mit dem Modell noch dessen Wesen und Gemütszustand auszudrücken verstand und es darüber hinaus in einer seiner Charakterisierung dienenden Umgebung darzustellen vermochte, verließ den Boden reinen Könnens mit Inspiration und Genie und schuf Werke von intensiver Faszinationskraft.
Bernd Pappe


