Oberflächenglanz und Signatur
Leuchtkraft und Tiefenwirkung der Farben konnten durch die Bindemittelmenge beeinflusst werden. Dunkle Schatten, bei denen besondere Farbtiefe gewünscht war, wurden deshalb häufig mit reinem Bindemittel (vermutlich Gummi arabicum) überstrichen. Demgegenüber wurden helle Partien oft nur schwach gebunden und ganz matt belassen, damit sie ein Höchstmaß an Leuchtkraft behielten. Unterschiedlichen Oberflächenglanz trifft man bereits in Miniaturen des 16. Jahrhunderts an, doch blieben Miniaturen bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts generell matt. Erst später wurden die Werke vermehrt mit Bindemittel bestrichen und somit glänzender.
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Signaturen wurden, wenn überhaupt, mit einem feinen Pinsel an den Bildrand geschrieben (Beispiel: Kat.-Nr. 2000-7). Seltener sind sie mit dem Kratzer in die Farbe geritzt oder mit grauem Stift geschrieben. Englische Miniaturisten signierten die Werke gerne zusätzlich auf der Rückseitenbeklebung, wo mehr Platz für Daten, Namen und bisweilen auch die Adresse des Miniaturisten war. Längst nicht alle Miniaturisten signierten ihre Werke. Allgemein betrachtet, fällt auf, dass in England seit dem Beginn der Miniaturmalerei bis ans Ende des 18. Jahrhunderts gerne mit einem Monogramm signiert wurde (Beispiel: Kat.-Nr. 2000-65 und 2000-69), wohingegen auf dem Kontinent bis in die siebziger Jahre des 18. Jahrhunderts Signaturen unüblich waren. Danach mehren sich auch hier bezeichnete Miniaturen; dem Monogramm wurde der ausgeschriebene Nachname des Künstlers vorgezogen.
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Bernd Pappe |

