Das Malmaterial
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Das wasserlösliche Baumharz Gummi arabicum (oben links), vermischt mit Kandiszucker (oben rechts), gehört zu den meistverwendeten Bindemitteln der Miniaturisten. Die Farben konnten als Würfelchen (unten links) oder — ohne Bindemittel — in Pulverform (unten rechts) bezogen werden.
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Die vom Miniaturisten verwendeten Farben entsprachen jenen der Aquarell- und Gouachemalerei, mussten aber besonders fein gerieben werden. Als Bindemittel diente das wasserlösliche und sehr alterungsbeständige Baumharz Gummi arabicum. Es wurde mit Kandiszucker in einem Verhältnis von etwa 3 zu 1 vermischt, um das spröde Bindemittel elastischer zu machen. |
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Beispiele verschiedener Schabklingen, sog. „Kratzer" aus der Miniaturmalanleitung von Charles William Day (The art of miniature painting, London, 7. Auflage 1865).
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Die Pinsel variierten in ihren Dicken je nach Verwendungszweck: Breitere dienten zum Malen von Hintergrund und Kleidern, feinere für Details und die Ausarbeitung der Inkarnate. Entgegen der häufigen Ansicht, dass die Pinsel der Miniaturisten „nur ein paar Haare" besitzen durften, sprechen die Miniaturmalanleitungen von zwar sehr spitzen, aber vollen Pinseln; so konnte präzis gemalt werden, ohne dass ständig Farbe nachgeladen werden musste. Eine scharfe Klinge, der so genannte Kratzer, diente für Korrekturen. Damit konnte falsch oder zu intensiv gesetzte Farbe entfernt oder aufgehellt werden, auch konnten einzelne Haare geritzt oder Konturen verschärft werden. Ein spitzes Holzstäbchen hatte eine ähnliche Funktion wie der Kratzer, nur entfernte es, ohne das Elfenbein auf zu rauen, eine breitere Farbspur. Die Paletten waren kleiner als in der Tafelmalerei und wurden aus Elfenbein oder Mattglas gefertigt. Eine Lupe half beim Malen schwieriger Details und diente der allgemeinen Kontrolle des Gemalten. |
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Bernd Pappe |
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